Familienplanung kann auch Männersache sein!

Vasektomie

Informationen zur Unfruchtbarmachung
des Mannes durch Vasektomie

Zunehmend häufig suchen Paare nach erfülltem Kinderwunsch in einer harmonischen Partnerschaft eine unkomplizierte Art der Schwangerschaftsverhütung. Auch der Mann kann seinen (wenn auch unumkehrbaren) Beitrag zur Familienplanung leisten. Dies geschieht durch die sogenannte Vasektomie.

Vasektomie

Die Vasektomie (Sterilisations-Operation beim Mann) ist die beidseitige Durchtrennung der Samenleiter im Hodensack. Der Eingriff wird in der Regel ambulant in der urologischen Praxis und in lokaler Betäubung durchgeführt. Potenz, sexuelle Erlebnisfähigkeit (Libido) und Samenerguss bleiben danach unverändert erhalten.

Ziel des Eingriffs

Ziel des Eingriffs ist die dauerhafte Unfruchtbarkeit des Mannes. Die Entscheidung, eine Vasektomie durchführen zu lassen, ist deshalb weitreichend und sollte in jedem Fall sehr gut bedacht und ausführlich in der Partnerschaft besprochen werden. In diese Überlegungen sollte auch die Möglichkeit der Änderung der persönlichen Situation durch Scheidung, neue Bindungen, Todesfälle u. ä. einbezogen werden. In keinem Fall sollte man(n) sich aus einer Laune heraus zur Vasektomie entscheiden. Zudem sollte man sich vor der Entscheidung zur Vasektomie durch einen operativ tätigen Urologen in Ruhe beraten lassen.

Die Operation

In lokaler Betäubung werden von zwei kleinen Hautschnitten am Hodensack aus die Samenleiter durchtrennt. Dabei wird auf jeder Seite ein ca. 1-2 cm lange Abschnitt aus dem Samenleiter entfernt und zur feingeweblichen Untersuchung eingesandt. Die Samenleiterenden werden sicher unterbunden und dann die Wunden mit selbstauflösendem Nahtmaterial verschlossen. Arbeitsunfähigkeit nach der Operation ist meist nicht erforderlich. Der Erfolg der Operation wird nach 8 bis 12 Wochen durch zwei Ejakulatanalysen im wöchentlichen Abstand bestätigt, welche die Abwesenheit von Samenzellen im Ejakulat nachweisen – erst dann kann auf die bisherige Empfängnisverhütung verzichtet werden.

Die Risiken

Sehr selten kann es zu Wundheilungsstörungen, Blutergüssen, Nebenhodenentzündungen oder/und Samengranulombildungen kommen. Bei letzteren besteht zu etwa 1% das Risiko der spontanen Rekanalisierung der Samenwege.

Die Kosten

Die Kosten der Vasektomie werden von den gesetzlichen Krankenkassen und den Privatversicherungen nicht erstattet. Deshalb werden die entstehenden Kosten nach einem Kostenvoranschlag gemäß der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte von 1996 (GOÄ 96) mit dem Patienten direkt abgerechnet.

Vasektomie rückgängig machen

Wer sich diese Frage stellt, ist eigentlich noch nicht „reif“ für die Vasektomie. Grundsätzlich geht man bei der Vasektomie davon aus, dass sie nicht rückgängig gemacht werden kann. Mit heutiger Mikrochirurgie sind einige urologische Kliniken jedoch in der Lage, die Samenleiterenden wieder zu vereinigen. Dabei kann die Durchgängigkeit der Samenleiter in bis zu 75% der Fälle erreicht werden. Doch selbst wenn die sogenannte Refertilisierungsoperation technisch erfolgreich war, wird oft keine Zeugungsfähigkeit wieder erlangt. Je länger die Vasektomie zurückliegt, desto unwahrscheinlicher ist ein Erfolg.
Die gesetzlichen Krankenkassen und die Privatversicherungen übernehmen die Kosten für eine Refertilisierung nicht, welche erheblich über den Vasektomiekosten liegen

Vorteile der Vasektomie

  • Im Vergleich zur Sterilisation-Operation bei der Frau ist beim Mann keine Narkose erforderlich
  • Die Bauchhöhle muss nicht eröffnet werden
  • Nach bewiesener Unfruchtbarkeit kann lebenslänglich auf alle anderen Verhütungsmaßnahmen verzichtet werden
  • Nachteile nach Vasektomie sind nicht bekannt